Erste Zwischenbilanz des neuen Jugendkoordinators

Paul McGuigan und seine Arbeit als Sport- und Jugendkoordinator

Ein großer Erfolg (durch die  Corona Pandemie leider etwas untergegangen) ist unserer Abteilung, hauptsächlich unserem Präsidenten Nils, im letzten Herbst geglückt. Mit Paul McGuigan konnte eine Position besetzt werden, die es so noch nicht gab: nämlich die des Sport- und Jugendkoordinators. Dies ist besonders bemerkenswert, da es sich erstmalig im sportlichen Bereich des FC St. Pauli Rugby um eine Festanstellung, bzw. hauptamtliche Tätigkeit handelt. Durch große Verhandlungstaktik ist es Nils nicht nur gelungen, Paul davon zu überzeugen sich Vollzeit bei uns zu engagieren, sondern auch die komplette Finanzierung für ein Jahr auf die Beine zu stellen.

Neben der Aufgabe des Sport- und Jugendkoordinators hat Paul auch noch die Trainerposition der U18 und der Frauen übernommen. Paul ist seit Anfang der 90er Jahre fester Bestandteil unserer Abteilung, hat schon die Herren und Frauen erfolgreich trainiert und ist somit im Club bestens vernetzt.  Wir haben Paul getroffen und mit ihm über seinen Job geschnackt.

Paul McGuigan, Februar 2021

Moin Paul, was dürfen wir denn unter einem Sport- und Jugendkoordinator verstehen?

Im Prinzip bin ich für die Koordination aller Trainer zuständig und unterstütze deren Vorhaben mit Rat und Tat. Weiter entwickle ich Trainingsprogramme und unterstütze dabei, ohne direkt auf dem Platz zu stehen. Grundsätzlich wollen wir Konzepte entwickeln, die von Schüler und Jugend bis in die Herren ineinander greifen.

 Was heißt das genau?

Ideal wäre es die U10/U12 und U14 so gut auszubilden, dass sie,  wenn sie in die U16 kommen, nahezu fertig ausgebildet sind. Ab der U16 ist Rugby mittlerweile harter,  physischer und taktischer Sport. Von da ist der Sprung in die U18 und damit in den Herrenberiech nicht mehr weit weg. Also wollen wir Trainingskonzepte entwickeln, in denen die einzelnen Jahrgänge die Vorbereitung auf den nächsten sind. Überspitzt formuliert, der ältere Jahrgang gibt vor, was der jüngere können muss. Ich denke, so bindet man Spieler:innen besser an den Verein und erhöht so natürlich das Skill-Level. Idealerweise hat in fünf oder sechs Jahren jede erwachsene Spielerin oder Spieler unsere Jugendjahrgänge durchlaufen und ist gut ausgebildet.

Gibt es denn schon Veränderungen?

Sagen wir mal, es ist Licht am Ende des Tunnels und wir sind auf jeden Fall auf einem guten Weg. Es ist eine Menge angestoßen worden. So kann Corona auch als positive Veränderung verstanden werden. Wir machen gerade unfassbar viele Online-Treffen, haben zum Beispiel jeden Donnerstag eine Mannschaftsitzung mit der U18. Dann stoßen wir in dieser spielarmen Zeit gerade die Ausbildung der Trainer an. Ich organisiere gerade einen Lehrgang zur C-Lizenz, der mit 16 angemeldeten Teilnehmern tatsächlich auch schon ausgebucht ist. Dann gibt es Gespräche über den Ausbau der medizinischen Abteilung und wir wollen ab September drei Mannschaften stellen, also wieder eine 3. Herren, dessen Gerüst die U18 sein soll. Es passiert also eine Menge – vor und hinter den Kulissen.

Was ist bei den Frauen los?

Auch da bin ich guten Mutes. Nicht spruchreif, aber doch geplant, ist eine Bundesliga-Reform. In wie weit das zustande kommt wird man sehen. Grundsätzlich haben wir eine sehr junge, motivierte Mannschaft, die trotz Corona unsere Online-Trainingseinheiten fleißig nutzt.  Und auch hier gibt es regelmäßige online Treffen zum Thema Taktik und Technik. Noch erwähnenswert ist  das Projekt „Frauen für Frauen“ , das wir ins Leben gerufen haben. Hier sollen Frauen mehr in den Mittelpunkt des Vereins gestellt werden.  So wird es in Zukunft spezielle Lehrgänge für Frauen geben und auch einen Workshop zum Thema „Ernährung im Frauensport“.

Danke Paul, wir drücken dir die Daumen für die Zukunft und werden weiter berichten.

Das Interview führte Tom Lübbers