Unser Ehrenkodex

Rugby ist ein äußerst herausfordernder Sport, bei dem nur die aggressive körperliche Einwirkung auf den Gegner Erfolg bringen kann. Daher können wir Rugby nur spielen, wenn alle Beteiligten die traditionellen Werte dieses Sports aufrechterhalten und umsetzen.

Dies bedeutet in erster Linie den Respekt vor den Spielregeln und dem Schiedsrichter, in gleicher Weise aber auch Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit und der persönlichen Würde des Gegners. Wir spielen Rugby aus Freude am Spiel, an der körperlichen Konfrontation und am Wettkampf sowie am Gemeinschaftserlebnis mit unserer Mannschaft. Das großartige Erlebnis eines Rugbyspiels wird aber erst durch den Gegner ermöglicht, der sich uns zum Wettkampf stellt. Wir sind daher gefordert ihn zu achten, ihn nicht durch Schimpfworte herabzuwürdigen, ihn nicht vorsätzlich zu verletzen und seine Leistung anzuerkennen.

Wenn wir uns um die Aufrechterhaltung der Werte unseres Sports bemühen, schließt dies als natürliche Folge auch das Bekenntnis zu den Leitlinien des Gesamtvereins FC St. Pauli von 1910 ein. Wir bekennen uns dazu, ein selbständiger und gleichbe-rechtigter Teil dieses Vereins zu sein und dessen unzweideutige Ablehnung jeder Diskriminierung und jeder politisch motivierten Gewalt zu teilen. Dies folgt auch aus der besonderen Gründungsgeschichte unserer Rugbyabteilung.

Wir spielen Rugby als Amateure und erwarten keinerlei materielle Entlohnung für sportliche Leistungen. Als Spieler unterwerfen wir uns der mannschaftlichen Disziplin, deren Rahmen innerhalb der traditionellen Werte unseres Clubs von den Mannschaftskapitänen vorgegeben wird.

Die Vermittlung dieser beschriebenen Grundsätze und Werte ist ein zentrales Ziel unserer Ausbildung von Kindern und Jugendlichen. Wir sind verpflichtet, jeden so gut wie möglich auszubilden und auch den sportlichen Erfolg aller Mannschaften anzustreben. Es bleibt aber wichtig, die Liebe zu unserem Sport, die Loyalität zu unseren Farben, die Solidarität untereinander und den Respekt zu den Werten und Gesetzen des Rugbysports zu entwickeln. Dabei wollen wir niemanden zurücklassen oder gering schätzen, auch wenn er oder sie nicht für den höchsten Leistungsstandard geboren ist. An dieser Stelle brauchen wir ganz besonders die aus Überzeugung geleistete Unterstützung der Eltern unserer Nachwuchsspieler.

All dies bedingt auch, dass wir bei möglichen Problemen – etwa bei Fällen sexualisierter Gewalt oder von Mobbing – unter uns eine Kultur des offenen Umgangs miteinander und der gegenseitigen Achtung und Solidarität pflegen. Wir dürfen dabei niemals wegsehen, sondern müssen gemeinsam Lösungen suchen. Wir bekennen uns an dieser Stelle zu den vom DOSB dazu entwickelten Grundsätzen.

Ebenso bekennen wir uns zum Kampf gegen jede Form von Doping.

Die in diesem Text beschriebenen Werte und Grundsätze sind für alle verbindlich, die den Rugbysport im FC St. Pauli betreiben. Wir alle – gleich ob als Kapitäne oder Spieler, Trainer, Betreuer oder Funktionäre, Eltern von Jugendspielern oder Zuschauer – sind verpflichtet, uns um deren Einhaltung zu bemühen.